Blume
Die Story

Wie es dazu kam



Die Idee zum Raketenbuch schwirrte schon eine Weile in den Köpfen von O'Reilly-Lektorin Christine Haite und Linux-Trainer Dieter Thalmayr herum, aber die Lektorin suchte noch einen Autoren, und der Autor einen Verlag. Im Sommer 2004 trafen die beiden am letzten Tag des Linuxtags in Karlsruhe mehr zufällig aufeinander. Eine Viertelstunde später war der Rahmen des Buchprojekts bereits abgesteckt, und die beiden handelseinig.
 
Das Buch zu schreiben dauerte dann allerdings ein Jahr. Und die Neuauflage fast zwei Jahre.
 
Die Idee hinter dem Buch ist immer noch die gleiche: Es gibt heutzutage nur noch wenige wirkliche Computer-Einsteiger, weil jeder (mit Ausnahme weniger Mütter, die gerade das Wesentliche von ihren Kindern lernen) schon auf die eine oder andere Art ein Computer-Benutzer ist. Auf die Erfahrung dieser Menschen kann man bauen. Andererseits gibt es heute bereits die ersten Büromenschen, die mehr oder weniger gegen ihren Willen zum Umstieg von Microsoft Windows nach Linux gedrängt werden. Solche Leute suchen ein Buch, das ihnen gesammelt den Einstieg in die neue Welt ermöglicht, ohne sie dazu zu drängen, gleich ein Computer-Freak zu werden. Diesen Menschen sollte geholfen werden.
 
Ich hoffe, wir können jedem dieser Leute ein Buch verkaufen.
 
Die Idee zu openSUSE 11 beruhte auf einer krassen Fehleinschätzung von Lektor Boris Karnikowski und besagtem Autor. Herr Karnikowski betreute bei Pearson/Addison Wesley bereits meine Linux-Videos, die eine ganz eigene Geschichte haben. Wenn ich mich mit openSUSE schon so intensiv beschäftigt habe, könne ich doch bestimmt in kurzer Zeit auch ein Buch über diese Distribution produzieren, so auf die Schnelle, nur 120 Seiten, meinte der Lektor. Das könne er ja mal versuchen, meinte der besagte Autor. Ging aber nicht. Man kann zwei verschiedene Medien wie Bücher und Multimediafilme nur ganz schlecht »mal eben« umsetzen. Sonst gäbe es keine Drehbuchschreiber. Ich saß länger als ein Jahr an diesem Buch, und 120 Seiten sind es auch keine, sondern fast vier Mal so viel. Weniger wäre aber wirklich zuwenig gewesen. Wie jemand ein Buch über eine ganze Distribution in nur wenigen Seiten schreiben kann, ist mir ein Rätsel. Ausser, er schreibt nichts rein.
Dieses Buch ist ein guter Anfang für openSUSE, es soll Sie länger als nur ein paar Wochen begleiten, und es wird Ihnen heute viele Dinge erzählen, die auch in Zunkunft - wenigstens aber ein paar Monate lang - immer noch wahr sein werden. Das ist, finde ich, ein guter Kompromiss. Den Todesmarsch der Versionsnummern kann man mit einer Linux Distribution sowieso nicht gewinnen. Deshalb auch »openSUSE 11«, und nicht »11.1« oder »auf dem Weg zur 11.2«
Haben Sie viel Spaß mit dem Buch und der openSUSE, dann fühle ich mich geehrt.